Wissensmanagement 2.0 – mehr als eine 2.0-Funktionalität!

Eine Studie von Ernst&Young mit dem F.A.Z. – Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen kommt zu dem Schluss, dass der wichtigste Faktor für innovative, wachstumsstarke Unternehmen, insbesondere aus dem Mittelstand, Wissen ist. Wissen ist der zentrale Produktionsfaktor für erfolgreiche Unternehmensführung und eine unabdingbare Grundlage für die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit.

Zwar war Wissen schon immer ein wesentlicher Faktor für den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Jedoch hat Wissen in jüngerer Zeit an Bedeutung gewonnen und wird mittlerweile sogar als vierter Produktionsfaktor gehandelt, der die gesamten Aktivitäten der Leistungserstellung durchdringt. Damit darf das Wissen z.B. über Märkte, über Kunden und Konkurrenten nun auch nicht mehr beim Management oder den jeweiligen Fachabteilungen hängen bleiben, sondern muss im Grunde alle Bereiche und Aktivitäten der unternehmerischen Leistungserstellung durchdringen. Nur dann kann Wissen effektiv und effizient genutzt und für Innovationen eingesetzt werden. Das Bemerkenswerte an der Ressource Wissen ist nämlich, dass sie sich bei Gebrauch vermehrt. Damit wird der Austausch von Wissen innerhalb der verschiedenen Elemente der Leistungserstellung eine wichtige Quelle für Innovationen.

Zitate wie „Niemand weiß alles, jeder weiß etwas, das Wissen beruht auf der Menschheit“ des Philosoph Pierre Lévy oder „You can’t manage knowledge. Knowledge is between two ears, and only between two ears“ des US-amerikanischen Ökonomen Peter Drucker zeigen sehr gut die Herausforderungen des Wissensmanagement auf:

  1. Neues Wissen braucht Wissensteilung
  2. Um Wissen zu generieren müssen die richtigen Informationen, zur richtigen Zeit bei der richtigen Person zur Verfügung stehen

Wissensmanagement 1.0 ist überholt

Konkret geht es also bei Wissensmanagement um das Erschließen von Wissen zur Erleichterung des effektiven und effizienten Entwickelns von neuem Wissen in Form von Erfahrungsberichten bzw. Best Practices für alle, die dieses im Rahmen ihrer Funktion im Unternehmen benötigen und das Verfügbarmachen von Wissen. Also die Informationen am Ort und zur Zeit der Entscheidung bereit stellen bzw. sicherstellen, dass jeder in der Organisation weiß, wo die Information verfügbar ist.
Nun werden Sie zu Recht anmerken, dass ist doch nicht neu, Wissensmanagement bzw. Knowledgemanagement gibt es doch schon sehr lange und die Lösung des Ganzen liegt in der sogenannten Wissensdatenbank.

Vollkommen richtig, Wissensmanagement ist nicht neu, aber die Lösungsansätze des Wissensmanagement 1.0 können als überholt bzw. als in der Praxis nicht praktikabel bezeichnet werden. Denn sein Wissen in eine Datenbank zu schreiben, dabei ein geeignetes Abstraktionsniveau zu finden ohne zu wissen ob

  • irgendjemand, irgendwann darauf zugreifen wird
  • es irgendwie nützlich für jemanden sein wird
  • und dies ohne Verschwendung produktiver Zeit,
hat sich in der Praxis nicht bewährt. Da verwundert es auch nicht, dass Mitarbeiter häufig mit folgenden Zitaten auf Wissensmanagementprojekte reagiert haben:
  • „Ich weiß nicht, wer und ob überhaupt jemand mein Wissen braucht.“
  • „Ich weiß nicht, in welchem Kontext mein Wissen genutzt wird.“
  • „Ich erledige lieber wirklich wichtige Dinge.“

 

Über den Autor

Angelina Grumist seit 2011 als Analyst für Pentadoc Radar tätig. Hauptaugenmerk ihrer Arbeit liegt auf der Marktanalyse sowie der Positionierung und Bewertung von Softwareherstellern für den deutschsprachigen Raum. Sie ist Spezialistin für die Themenfelder Input Management, Enterprise Content Management und Output Management, inklusive aller Teildisziplinen. Daneben gehören auch die Beratung von Anwenderunternehmen, insbesondere in der Softwareauswahl, zu ihren Aufgabenbereichen. Sie unterstützt Unternehmen in der Markteingrenzung, Anforderungsanalyse und rationalen Bewertung der verschiedenen Angebote und führt Kunden so schrittweise zur Auswahl des geeigneten Software-Anbieters.